Welt-Aids-Tag

Welt-Aids-Tag

 Welt-Aids-Tag 2025

Gemeinsam - Gerade jetzt

In Deutschland steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen und anderer sexuell übertragbarer Infektionen. Zudem wird erstmals wieder ein Anstieg der Menschen, die bislang nichts von ihrer Infektion wussten, gemeldet. Die AIDS-Hilfe Hagen e.V. teilt mit, dass in Hagen derzeit mindestens zehn Fälle von HIV-Neuinfizierten bekannt sind. Diese Zahlen gehen aus dem kürzlich veröffentlichten Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Zum Welt-AIDS-Tag am Montag, 1. Dezember, um 17 Uhr gedenken die AIDS-Hilfe Hagen e.V. und das Gesundheitsamt der Stadt Hagen derjenigen, die an der Krankheit verstarben. Das Gedenken findet am Osthaus Museum, Museumsplatz 1, statt.

 

"Cold-Spot" Osthaus-Museum Hagen

Zur derzeitigen Lage erklärt Andreas Rau, Leiter der AIDS-Hilfe Hagen e.V.: „Der Anstieg ist noch moderat, aber sehr ernst zu nehmen. Wir müssen jetzt gut erprobte Maßnahmen verstärkt zum Einsatz bringen und neuen Anforderungen anpassen. Deswegen begrüßen wir die Initiative des Hagener Gesundheitsamtes, zukünftig noch intensiver mit der Hagener AIDS-Hilfe zusammenzuarbeiten.“

HIV-PrEP für Menschen mit erhöhtem Risiko

Die AIDS-Hilfe fordert, dass die HIV-PrEP, eine medikamentöse Prophylaxe für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, leichter zugänglich sein muss. Die Zahl der Nutzenden stagniert gemäß RKI-Angaben bei etwa 40.000. Oft müssen Interessierte warten, die Versorgung ist nicht flächendeckend gewährleistet. Die PrEP wird bislang nahezu ausschließlich von homosexuellen Männern genutzt. Sie kommt allerdings für alle Menschen mit erhöhtem Risiko infrage und sollte beispielsweise auch in der reisemedizinischen Beratung Anwendung finden. Bis jetzt bieten in Hagen nur Fachärztinnen und Fachärzte die kassenärztliche Verschreibung der HIV-PrEP an. Weiterhin kritisiert die AIDS-Hilfe, dass Menschen ohne Aufenthaltspapiere oder Krankenversicherungsschutz der Zugang zu Therapiemöglichkeiten verwehrt bleibt. Dazu zählt auch die HIV-PrEP-Methode.

Frühe Diagnosen fördern

Das RKI schätzt, dass rund 8.200 Menschen nichts über ihre HIV-Infektion wissen. Zusätzlich werden ungefähr ein Drittel der HIV-Diagnosen erst gestellt, wenn das Immunsystem bereits schwer geschädigt ist – oftmals zeitgleich mit einer AIDS-Diagnose. Aufgrund dieser Umstände appelliert Antje Funke, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz und Hygiene des Gesundheitsamtes der Stadt Hagen, rechtzeitig zu handeln: „HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen sollten so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. So wird die Gesundheit geschützt und weitere Übertragungen werden verhindert.“

Seit 2009 bieten die AIDS-Hilfe und das Gesundheitsamt der Stadt Hagen regelmäßige Testtermine an. Melanie Luczak, Chefberaterin der AIDS-Hilfe, hebt die starke Zusammenarbeit beider Institutionen hervor: „Umso schöner, dass uns das Gesundheitsamt dabei in Zukunft hilft, noch mehr dieser Abendtermine anbieten zu können. Wer ungeschützten Sex hatte, sollte sich auf HIV und andere Infektionen testen lassen.“ Interessierte können auf der Internetseite www.aidshilfe-hagen.de unter dem Menüpunkt „Termine buchen“ einen Testtermin vereinbaren.