Safer Use
1. Achte auf das Set!
Set bezeichnet die innere Einstellung, die Erwartung an die Wirkung der jeweiligen Droge, die Stimmung beim Konsum und die Persönlichkeit des Konsumenten. Kurz: Alles, was in dir ist bzw. vorgeht, ist Set. Wenn du Drogen nehmen willst, dann sollte es dir gut gehen. Drogen sind niemals Problem-Löser! Du solltest möglichst gesund und entspannt sein. Wenn du Angst vor einer Droge hast, lass die Finger davon! Insbesondere bei psychedelischen Drogen kann aus Angst durchaus Horror werden.
2. Achte auf das Setting!
Setting sind alle äußeren Umstände des Drogenkonsums. Hierzu gehören Faktoren, wie z.B. ob du allein oder gemeinsam mit anderen Menschen Drogen nimmst, ob du zu Hause oder woanders bist, ob du in der Natur oder in einem Raum bist, ob oder welche Musik du hörst und so weiter. Achte zuallererst darauf, dass das Setting für dich angenehm ist. Nimm keine Drogen mit Menschen, mit denen du Stress hast oder die dir unangenehm sind. Wenn du ein wenig oder unerfahrener Konsument bist, achte auf eine erfahrende Person, die während des Drogenerlebnisses auf dich achten kann. Wenn du Musik hören willst, dann höre Musik, die dir gefällt.
3. Achte auf die Dosierung!
Ein Zuwenig ist immer besser als ein Zuviel. Gerade, wenn du illegale Drogen konsumierst, weißt du nie, wie hoch die Konzentration der Droge ist. Insbesondere beim Essen oder Trinken einer Droge ist es sehr sinnvoll, zunächst eine geringe Dosis zu konsumieren, weil die Wirkung erst nach etwa einer halben Stunde einsetzt. Erst nach dieser Zeit kannst du langsam einschätzen, wie stark die Droge bei dir wirkt. Und auch erst nach dieser Zeit kannst du einschätzen, ob du mehr verträgst. Falls du intravenös konsumierst, kannst du dir denken, dass ein Zuviel auch das letzte Zuviel sein kann. Also ist hier erst Recht Vorsicht bei der Dosierung geboten!
4. Vermeide Mischkonsum!
Beim Alkohol weiß inzwischen jeder, dass "Durcheinander-Saufen" zu den unangenehmsten Folgen führen kann. Das gilt für alle Drogen. Verschiedene Drogen können sich in ihren Wirkungen aber eben auch in ihren Nebenwirkungen gegenseitig verstärken. Die Folgen sind im Vorhinein nicht absehbar. Also: Wenn dir deine Gesundheit lieb ist, überlege dir vorher, welche Droge du nehmen willst und bleibe bei dieser einen!
5. Stelle alkoholfreie Getränke bereit!
Wasser, Fruchtsäfte oder koffeinfreie Tees sind immer gut. Gerade viele Naturdrogen trocknen die Schleimhäute aus. Das wird oft als unangenehm empfunden - trinken hilft weiter. Drogen wie Ecstasy und Speed wirken stark diurethisch. Das bedeutet: Sie trocknen deinen Körper stark aus. Hier ist viel trinken Pflicht! Diejenigen, die an Ecstasy gestorben sind, haben meistens einen Hitzschlag bekommen, weil ihr Körper entwässert und überhitzt war!
6. Sorge für Ruhemöglichkeiten und frische Luft!
Bei anregenden Drogen ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit Ruhepausen einzulegen. Auch, wenn du denkst, du bist fit - dein Körper wird sich sonst später für die Überlastung rächen! Zudem ist es in der Phase des Runterkommens sehr praktisch, einen netten Platz zum Chillen zu haben und ab und zu ein wenig Sauerstoff zu atmen...
7. Lass das Auto stehen!
Drogen am Steuer sind eine der beschissensten Sachen, die du machen kannst! In diesem Fall bringst du dich und andere unnütz in Gefahr. Sorge also dafür, dass dich eine nüchterne Person nach Hause fahren kann. Oder organisier dir einen Schlafplatz vor Ort. Erst, wenn die Wirkung der Droge abgeklungen ist und du ausgeruht bist, geht Auto fahren wieder in Ordnung. Noch ein Tipp dazu: Wenn du kiffst, verlangt die Polizei, dass seit dem letzten Joint mindestens zehn Stunden vergangen sind, sonst ist dein Führerschein auf jeden Fall auf Dauer weg.
8. Für Fixer: Nadeltausch ist tabu!
Auch, wenn AIDS in den Medien kein großes Thema mehr ist - es kann auch dich treffen, wenn du so bescheuert bist, dein Besteck mit anderen Leuten zu teilen. Zudem gibt es noch andere durch Blutübertragung ansteckende Krankheiten, wie z.B. Hepatitis C. Also: wenn du fixen willst, nimm immer nur dein eigenes Besteck. Spritzen sind ein Pfennigartikel - hier sparen ist der größte Leichtsinn, den du machen kannst.
Menschen, die intravenös Drogen konsumieren ("spritzen", "drücken"), haben ein sehr hohes Infektionsrisiko. Im Jahr 2004 waren etwa 8 % aller neu festgestellten HIV-Infektionen auf die Übertragung des Virus durch gemeinsam benutztes Spritzbesteck zurückzuführen