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Mit Wissen, Gummi und Gefühl


Der Mitmach-Parcours zu Aids, Liebe und Sexualität setzt auf den Spannungsbogen von Ernsthaftigkeit und Spaß, auf Kommunikation und Aktion. Durch Puzzles, einen Hindernislauf, einer Kondomstation und Fragen, werden die Teilnehmer/-innen dazu motiviert, sich mit Wissen, Gummi und Gefühl einzubringen. Der Mitmach-Parcours besteht aus verschiedenen variabel einsetzbaren Stationen, die die persönliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten von HIV und AIDS und Sexualität fördern.

Die Wirkung des Mitmach-Parcours’ wird in erster Linie durch speziell in ihrer Einrichtung ausgebildete Peers (Peer = von gleich zu gleich) als kompetente Stationsmoderatoren erzielt. Sie vermitteln durch zielgruppengerechte Anleitung differenziertes Fachwissen und regen die Teilnehmenden zur Reflexion des eigenen Verhaltens an.

Idealerweise wird der Mitmach-Parcours als Baustein in bestehende Präventionsaktivitäten eingebettet, so dass er ein Teil langfristiger Präventionsarbeit ist.

Für den Mitmach-Parcours ist keine aufwendige materielle Ausstattung notwendig. Er ist daher flexibel einsetzbar, braucht relativ wenig Raum und erfordert nur wenige Stunden Aufbauzeit.
Effekte

Der abwechslungsreiche Mitmach-Parcours weckt das Interesse, erhöht die Aufmerksamkeit der Jugendlichen und fördert eine intensive, persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik.
Die Methodik

  • bietet die Möglichkeit, Teilnehmende nicht nur auf kognitiver, sondern auch auf emotionaler und Verhaltensbezogener Ebene anzusprechen und damit die Präventionseffekte zu steigern
  • erleichtert das Gespräch über Sexualität, da sich die Teilnehmer/-innen in ihrer Rolle als Spielende spontaner ausdrücken und öffnen können
  • leitet einen Prozess ein: die öffnende Kommunikation regt an, die Gespräche in der Klasse weiterzuführen, im Beruf und vor allem mit dem Partner oder der Partnerin
  • eröffnet breite Spielräume zur Mitgestaltung der Thematik und der Aktion
  • bietet feedback-orientierte Kommunikation und damit die Möglichkeit, alltagsnah und überzeugend auf Teilnehmer/-innen zu reagieren
  • findet bei Teilnehmenden positive Resonanz, da sie dem Bedürfnis entspricht, sich auf unterhaltsame und aktive Weise mit Themen auseinanderzusetzen
  • gibt Begleitpersonen inhaltliche und methodische Anregungen für die eigene präventive Arbeit.


Ziele und Zielgruppen

Der Mitmach-Parcours zu Aids, Liebe & Sexualität will Jugendlichen nicht Angst vor einer HIV-Infektion machen, sondern ihnen helfen, Risiken klarer zu sehen und sich davor zu schützen.

Diese Veranstaltungsform und auch die Aidsprävention generell verfolgen daher diese Ziele:

  •  die verständliche Vermittlung von Fachwissen zu allen relevanten Aspekten rund um die HIV-Infektion und Aids-Erkrankung
  •  die Erweiterung situativer Handlungskompetenzen bezogen auf die individuellen Lebenssituationen.

Darüber hinaus will die BZgA durch die kooperative Projektgestaltung Arbeit und Strukturen der relevanten Institutionen vor Ort und in der Region nachhaltig stärken und zu eigenständigen Folgeaktionen anregen.

Mögliche Zielgruppen sind u. a.

  •     Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab Klasse 9
  •     Bundeswehrangehörige aller Teilstreitkräfte
  •     Auszubildende in Großbetrieben und Berufsbildungszentren
  •     Krankenpflegeschülerinnen und Krankenpflegeschüler


Entscheidend für die Teilnahme am Parcours ist die Organisierbarkeit in der erforderlichen Gruppengröße in den zur Verfügung stehenden Veranstaltungszeiten. Bevorzugt werden TeilnehmerInnen berücksichtigt, die bereits in Gruppenzusammenhängen organisiert sind, zum Beispiel Schulklassen.
oder Jugendgruppen vor Ort

Die Mitmach-Parcours-Einsätze sind stets Kooperationsprojekte, bei denen die AIDS-Hilfe und örtliche Einrichtungen aus den Bereichen Gesundheitswesen oder Jugendbildung zusammenarbeiten.

Dies geschieht aus zwei Gründen:

  • Die Einbindung regionaler Institutionen sichert die Verzahnung mit der langfristigen Präventionsarbeit.
  • Wir wollen regionale Strukturen stärken, die Vernetzung unterstützen und Anregungen für die Arbeit vor Ort geben.


Ein wichtiger Bestandteil der Kooperation sind die Moderatoren-Teams, die mit ihrer fachlichen und kommunikativen Kompetenz wesentlich zum Gelingen des Mitmach-Parcours beitragen. In den Teams arbeiten Präventionsberater/-innen der AIDS-Hilfe zusammen mit Peers der jeweiligen Schule oder der Jugendeinrichtung. Alle Peers absolvieren vor der Durchführung eines Projektes ein praxisorientiertes Training der AIDS-Hilfe zu Zielen, Inhalten und Moderationsanleitungen, so dass erfolgreiche Veranstaltungen gewährleistet sind.

Jedes Projekt wird gemeinsam mit allen Beteiligten ausgewertet. Evaluiert werden dabei unter anderem der Verlauf der Veranstaltungen, die Medienresonanz und die Zielrealisierung. Darüber hinaus geht es aber auch darum, konkrete Perspektiven für die weitere Präventionsarbeit in der Region zu entwickeln.
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